Grundstein für neues Kraftwerk gelegt

24 März 2020

Im Chemiepark Marl ist jetzt der Grundstein für ein neues Gas- und Dampfturbinenkraftwerk (GuD) von Evonik gelegt worden. Die geplante Inbetriebnahme des Kraftwerks im Jahr 2022 bedeutet für Evonik nach mehr als 80 Jahren das Ende der Strom- und Dampferzeugung mit Steinkohle. Die Bauarbeiten für das Kraftwerk, das in zwei Blöcken Strom und Dampf in Kraft-Wärme-Kopplung erzeugen soll, liegen im Plan. Das Spezialchemieunternehmen wird „Marl Kraftwerk VI“, so der offizielle Name, im Verbund mit den bereits vorhandenen Erdgaskraftwerken betreiben.

Das Projektvolumen liegt im unteren dreistelligen Millionen-Euro-Bereich. Schlüsselfertig entwickelt und gebaut wird das Kraftwerk samt eines neuen zentralen Leitstandgebäudes von Siemens Gas and Power als Generalunternehmer in enger Zusammenarbeit mit Siemens Financial Services (SFS). Die Investition senke den CO2-Ausstoß des Konzerns um bis zu eine Million Tonnen pro Jahr und reduziere die direkten jährlichen Treibhausgasemissionen seiner Anlagen weltweit um fast ein Fünftel, so das Unternehmen in einer aktuellen Mitteilung. Dies sei ein wesentlicher Beitrag zur Erreichung des zentralen Klimaziels von Evonik, die absoluten Treibhausgas-Emissionen bis 2025 zu halbieren.

Die vom Duisburger Unternehmen Standardkessel Baumgarte GmbH gelieferten Dampferzeuger werden bis zu 440 Tonnen Dampf pro Stunde produzieren können, was vor allem für die Produktion im Chemiepark wichtig ist. Zudem werden aus dem Dampfverbundnetz des Standorts auch zukünftig rund 2.000 Haushalte mit Fernwärme versorgt.

Prof. Dr. Andreas Pinkwart, Minister für Wirtschaft, Innovation, Digitalisierung und Energie des Landes Nordrhein-Westfalen: „Die Investitionen im Chemiepark Marl sind ein starkes Signal über Stadtgrenzen hinweg. Mit dem Bau des hocheffizienten Gas- und Dampfturbinenkraftwerkes werden langfristig eine klimafreundliche Energieversorgung sichergestellt und hochqualifizierte Arbeitsplätze gesichert. Das zeigt: Nordrhein-Westfalen ist weiterhin der richtige Ort für moderne Industrieunternehmen, für innovative Produktion und zukunftsfeste Arbeitsplätze.“